Bürgergutachten

Rege Diskussionen beim Bürgergutachten

An den beiden ersten Februarwochenenden kamen vier Bürgergruppen mit jeweils rund 20 Personen beim Regionalverband Großraum Braunschweig zusammen, um das Bürgergutachten zum Masterplan zu erarbeiten. In angeregter und konzentrierter Arbeitsatmosphäre ging es um unterschiedlichste Themenbereiche des Klimaschutzes: Von der Mobilität im Alltag über das Konsum- und Ernährungsverhalten bis hin zur Akzeptanz Erneuerbarer Energien.

Das straffe Zwei-Tages-Programm enthielt einen Mix aus Impulsvorträgen, Einzel- und Gruppenarbeiten sowie Diskussionen im Plenum. So begaben sich die Teilnehmenden unter anderem auf Phantasiereise in das Jahr 2050, um anschließend die Rahmenbedingungen für die zukünftige Ausgestaltung einer klimafreundlichen Mobilität zu diskutieren. Auch schlüpften sie im Rahmen eines Rollenspiels in die Position einiger zentraler Akteure in der Region und setzten sich so mit deren Sichtweisen auf den Klimaschutz auseinander.

Natürlich soll es nicht bei diesen Wochenenden bleiben: Die Ergebnisse der Bürgergruppen werden nun zum Bürgergutachten zusammengeführt, welches in den Masterplan einfließen soll. Jeweils drei Personen aus jeder Gruppe erklärten sich bereit, im Bürgerbeirat mitzuwirken. Dieser soll Gelegenheit geben, den Prozess aus Bürgerperspektive weiter zu begleiten und zu überprüfen, inwieweit die erarbeiteten Ergebnisse in den Masterplan einfließen.

Hintergrund des Bürgergutachtens

Das Verfahrensmodell Bürger-Gutachten geht auf den Wuppertaler Professor Peter C. Dienel zurück. Es versetzt Bürgerinnen und Bürger in die Rolle von sachkundigen Beraterinnen und Beratern, die ihre Meinung konstruktiv in politische Entscheidungsprozesse einbringen können. Sie werden über ein konkretes Problem umfassend informiert und sprechen auf dieser Grundlage Empfehlungen aus.

Mit dem Bürgergutachten werden die Einschätzungen und Sichtweisen von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region in den Masterplan einbezogen. Ende November wurden gut 3.000 per Zufallsverfahren aus den Einwohnermelderegistern ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus der Region eingeladen, am Bürgergutachten mitzuwirken.

In vier Bürgergruppen diskutierten im Februar 2017 jeweils ca. 20 Personen Fragen rund um das Thema Klimaschutz, z.B. "Wie sieht eine klimafreundliche Mobilität in der Region aus? Welche erneuerbaren Energien nutzen wir im Jahr 2030? Wie können wir gut leben und dabei das Klima schonen?" Das Büro KoRiS - Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung begleitete die vier Bürgergruppen durch das zweitägige Programm und dokumentiert deren Empfehlungen.